Wären unsere Vorfahren alle so greislig gewesen, wie sie in den…

Wären unsere Vorfahren alle so greislig gewesen, wie sie in den zahlreichen Büchern beschrieben wurden, gäbe es heute doch gar nicht so bildhübsche Menschen.

Man lies sich hald mehr gehen und Zeit zum Herrichten hatte man keine. So liefen sie alle im "chill-look" den ganzen Tag herum. Auf der anderen Seite der Grenze, in Böhmen, legten die Menschen mehr Wert auf ein gepflegtes Äusseres und schöne Kleidung.

Denn die Arbeit war viel und hart bei uns auf dem Land. Die Männer mussten aufs Feld, den steinigen, kargen Boden bewirtschaften. Manchesmal glich es eher ans Steine glauben als ans umpflügen.

Die Aussaat übernahm meist die Bäuerin. Sie gab jedem Samen Gottessegen mit unter die Erde.

Auf dem Hof war die "Goas" und vielleicht noch eine "Gans" und ein paar Hühner die rum liefen, um die sich die Kinder kümmern mussten.

Die Frau zog neben den Kindern auch noch die Tiere mit groß. Im Winter durfte sie (die Goas) auch in der Stube schlafen. "Feiazoita", also an Kuchen, gabs nicht so oft, nur zu besonderen Anlässen.

Und so arbeiteten Mann und Frau vor sich hin, um mit 40 dem anderen zu sagen, "du schaust oba oid aus". Ja, die harte Arbeit ließ Mann und Frau gleichermaßen schnell altern.

Während der Mann der täglichen Witterung ausgesetzt war, setzte der Frau nicht das Wetter zu, sondern eher die vielen Schwangerschaften und Verluste eines oder mehrerer Kinder.

Gebadet wurde nur einmal die Woche. Erst nahm der Bauer, dann die Bäuerin ein Bad. Dann kamen die Kinder. Alle im selben Wasser. Den letzten bissen eben die Hunde, da war das Wasser schon kalt und dreckig.

Während der Mann das hart erarbeitete Geld Sonntags beim Wirt wieder ausgab, musste die Frau jeden Heller umdrehen.

Ja, unsere Vorfahren waren wie wir. Sie rechneten noch 20 Jahre später alles in Gulden um, obwohl die Mark schon ihre Währung war. Und heute wird eben auch noch in Mark umgerechnet.

Um es in Worten für die Zuagroasten und Autoren auszudrücken, "Egal ob greislig oder rund, hauptsach mia san bumbal g*sund".

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