In Ober- und Unterötzdorf wurde in den letzten Jahrhunderten nicht nur…
In Ober- und Unterötzdorf wurde in den letzten Jahrhunderten nicht nur "essen gemacht".
Eine Mühlenkonzession des 16. Jahrhunderts belegt, dass die ehemaligen Buchleitnerischen Lehen nicht nur ihre Felder und Wiesen gemeinschaftlich, später in Wechselwirtschaft bestellten, sondern auch gemeinsam die Mühle betrieben. Auch die Grabung nach dem Taher, fand hier gemeinschaftlich in mehreren Stollen und Gruben statt.
In Oberötzdorf war auch der Zehentbauernhof, bei dem der Ernteanteil der Bauern der umliegenden Dörfer für den Bischof angeliefert werden musste. Von hier aus ging das Korn, der Haber oder die Eier wie auch Fleisch der Tiere nach Untergriesbach in den Zehentstadl.
In den alten Grenzen des Zehenteinzuggebietes erfolgte 1806 die Gründung des Steuerdisktrikts Oberötzdorf. 1818 wurde die Gemeinde gegründet. Aber ein Gemeinde- oder Schulhaus oder gar eine Feuerwehr wurde nie im Dorf gebaut.
Alles politische und schulische Leben fand in Spechting statt. Der Gemeindemittelpunkt wurde deshalb gewählt, da es in den Gemeindegrenzen viel zentraler lag als das am Rande des Distrikts liegende Oberötzdorf.
Zumindest im 20. Jahrhundert erhielt Oberötzdorf einen eigenen Bahnsteig, und dieser lag auch auf der Ortsflur. Heute gibt es weder Schule noch Gemeinde und erst recht keinen Bahnhof mehr. Nach mehrheitlicher Weigerung zur Gebietsreform und den politischen Anschluss an Untergriesbach, wurde die Altgemeinde 1973 in den Markt Untergriesbach eingegliedert.
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