Der Ort Siebenellen bei Sankt Oswald hat eine weitaus längere…

Der Ort Siebenellen bei Sankt Oswald hat eine weitaus längere Geschichte, als die schriftlichen Quellen auf den ersten Blick vermuten lassen. Obwohl das Dorf im Jahr 1396 seine urkundliche Erstnennung erfährt, bestand die Siedlung zu diesem Zeitpunkt bereits geraume Zeit im vorher unerschlossenen Waldgebiet des Klosters Waldsassen, da sie bereits feste Abgaben und Erträge abwarf. Nach dem Rückzug der waldsassischen Mönche wurde der Ort unter den Landgrafen von Leuchtenberg weiter ausgebaut und gelangte schließlich durch Schenkung an das Kloster Sankt Oswald. Der Name geht dabei auf die germanische Grundform *sim-ellen zurück, was einen „großflächigen Erlenbestand“ oder ein „ausgedehntes Erlenmoor“ bezeichnet. Während die Mundart Simeln diese ursprüngliche Herkunft durch die sprachliche Reduktion von -ellen zu -eln getreu bewahrt, entbehrt die hochdeutsche Form Siebenellen jeder etymologischen Grundlage. Sie entstand erst spät am grünen Tisch barocker Schreiber als künstliche, volksetymologische Angleichung an das Zahlwort „sieben“ und das Längenmaß „Elle“, da die einstige Bedeutung des Wortes in den Amtsstuben verloren gegangen war.

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