Auf vielen alten Friedhöfen in Bayern und Österreich standen einst…
Auf vielen alten Friedhöfen in Bayern und Österreich standen einst gußeiserne Grabkreuze, kunstvoll gegossen und oft mit einem Augenzwinkern versehen. Diese Tradition setzte bereits im 17. Jahrhundert ein, als Eisen ein dauerhaftes und erschwingliches Material wurde. Besonders in ländlichen Pfarreien waren solche Kreuze weit verbreitet. Dort, wo man einander kannte, wo Geschichten weitergetragen wurden und wo Humor ein Teil der Erinnerung war.
Die Sprüche darauf waren manchmal fromm, manchmal spöttisch, manchmal derb – aber immer zutiefst menschlich. So fand man etwa Zeilen wie:
„Hier ruht die Afra, still und fein – im Leben half sie groß und klein“
oder den Klassiker:
„Hier liegt der Bartl, war stets zu spät – nun kam er pünktlich, wie ihr seht“.
Und natürlich durfte auch der berühmte Dorfhumor nicht fehlen, wie bei:
„Christ steh still und bet a bissl, hier liegt der Bauer Jakob Niesl, zu schwer mußte er büßen hier, er starb an selbstgebrauten Bier“.
Solche Kreuze erzählten Geschichten vom Leben, vom Sterben und vom Lachen, und heute sind sie leider fast vollständig aus unseren Friedhöfen verschwunden. Da gab’s wenigstens noch etwas zum Schmunzeln beim Vorbeigehen.
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