Als in den späten 1930er Jahren im Bayerischen Wald eine neue…

Als in den späten 1930er Jahren im Bayerischen Wald eine neue Fernverkehrsstraße geplant wurde, dachte man in großen Dimensionen: breite Höhenrouten, klare Linienführungen und monumentale Talquerungen. Genau so – wie auf der rekonstruierten Darstellung – hätte auch die Trasse bei Ringelai ausgesehen. Die Straße sollte von der heutigen B85 abzweigen, das Tal der Wolfsteiner Ohe auf einer mächtigen Brücke überspannen und anschließend als schnelle Verbindung in Richtung Freyung weiterführen. Aufgrund ihrer Lage nahe der damaligen Grenze zur Tschechoslowakei war die Strecke nicht nur als zivile Erschließung gedacht, sondern diente vermutlich auch als kriegswichtige Aufmarschroute für Truppenbewegungen in das Grenzgebiet. Doch noch bevor die Brücke gebaut werden konnte, änderte sich die politische Lage grundlegend: Mit dem weitgehend kampflosen Anschluss des Sudetenlandes 1938 verlor die geplante Straße schlagartig ihre strategische Bedeutung. Das Projekt wurde bewusst nicht weitergeführt.

Aber wer hier eine Brücke sucht, sucht sie vergebens.

#bayerwaldforschung #lostplaces #ringelai

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